Liebe Gemeinde,
liebe Getaufte und mit uns Verbundene in Hiltrup und Amelsbüren,
einige von Ihnen und Euch haben mich in den vergangenen Jahren in Gremien, bei Predigten, Gottesdiensten oder durch Radioandachten kennengelernt. Mein Stellenanteil lag bisher vor allem in der Schulseelsorge am Kardinal-von-Galen-Gymnasium und in deren Vernetzung in den Pastoralen Raum Münster-Süd-Ost hinein; daneben war ich mit einem kleineren Anteil in St. Clemens eingesetzt.
Ab dem 1. Juli 2026 verändert sich meine Stelle. Mein Schwerpunkt bleibt weiterhin die Schulseelsorge am KvG. Zusätzlich habe ich weiterhin 20 % für die Vernetzung der Schulseelsorge in den Pastoralen Raum – also auch in die Pfarrei hinein, zu den Pfadfinderinnen und Pfadfindern sowie zu weiteren kirchlichen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren. Neu ist: Mit 30 % werde ich künftig zur Begleitung und Leitung der Dommessdienerinnen und Dommessdiener am St.-Paulus-Dom eingesetzt.
Ich kann mir vorstellen, dass manche fragen: „Gibt es nicht Wichtigeres zu tun? Und hat der Dom nicht ohnehin schon genug Personal?“ Gleichzeitig bin ich überzeugt: Kirchlich gibt es derzeit kaum etwas Wichtigeres als Kinder-, Jugend- und junge Erwachsenenarbeit – auch am Dom.
Viele junge Menschen ziehen nach Münster und finden nicht automatisch Anschluss in klassischen Pfarrgemeinden. Manche engagieren sich in der KSHG oder in der Jugendkirche. Andere suchen stärker liturgische Formen, Traditionen, besondere Gottesdienste und die Nähe zur Kathedrale unseres Bistums. Für solche jungen Menschen können die Dommessdienerinnen und Dommessdiener eine kirchliche Heimat sein.
Das zeigt auch: Kirche verändert sich. Menschen suchen ihre kirchliche Heimat heute nicht mehr nur dort, wo sie wohnen, sondern dort, wo sie Beziehung, geistliche Tiefe oder einen Mehrwert für ihr Leben erfahren. Diesen Umbruch am Dom theologisch, seelsorglich und beziehungsorientiert mitgestalten zu dürfen, sehe ich als tolle Aufgabe und große Chance an.
Für St. Clemens bedeutet das: Meinen offiziellen Stellenanteil in der Pfarrei gebe ich ab. Ich werde also nicht mehr wie bisher tätig sein.Zugleich bleibt die Verbindung bestehen. Hin und wieder werde ich sicherlich noch predigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit bleibe ich Kurat des DPSG-Stammes, werde die Vorstände weiter beraten und unterstützen, Gottesdienste mit vorbereiten und feiern sowie bei Fragen und Einschätzungen ansprechbar bleiben.
Auch im Bereich der Jugendpastoral werde ich meine Perspektiven dort einbringen, wo es sinnvoll und gewünscht ist – auch mit kritischen Einschätzungen, wenn ich Entwicklungen nicht für zukunftsfähig oder nicht im Interesse junger Menschen halte. Gerade weil mir St. Clemens, die Jugendarbeit und die Menschen vor Ort wichtig bleiben, ist mir diese ehrliche und konstruktive Vernetzung weiterhin ein Anliegen.
Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe am Dom. Zugleich bin ich dankbar für vieles, was ich in den letzten zwei Jahren in St. Clemens erfahren durfte.
Mein Dank gilt besonders dem Pastoralteam, der Verwaltung vor Ort und im Pastoralen Raum, den großartigen Küsterinnen und Küstern, vielen engagierten Mitgliedern der Gremien sowie allen, die in den vergangenen Jahren in Hiltrup und Amelsbüren mitgetragen, mitgedacht und mitgestaltet haben – auch ohne offiziellen „Titel".
Ihnen allen Gottes Segen!
Stephan Orth

