Jährlich im Herbst rufen Kirchen weltweit zur Schöpfungszeit auf - vom 1. Sept. bis 4. Okt. . Fünf Wochen im Jahr, in denen die Schöpfungsbewahrung im Mittelpunkt steht, in denen wir eingeladen sind, gemeinsam nachzuspüren, nachzudenken, dazuzulernen, uns zu vernetzen und aktiv zu werden.
„Statt dass wir uns um die Erde sorgen, kümmern wir uns mehr um unsere Institutionen. Wir haben vergessen, dass im Zentrum des Christentums die Welt steht und dass die Erde ein Lebenshaus ist
[Papst Franziskus, „Laudato si - Über die Sorge für das gemeinsame Haus“, 2015], das heute im wahrsten Sinne des Wortes brennt.“ (J. Manemann, Wo ist die Kirche in der Zukunft der Welt?)
Das Motto für den 17. Ökumenischen Tag der Schöpfung 2026 lautet: „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18) Dies Bibelwort ist aus der ersten ‚Rede Gottes an Hiob‘ aus dem 38. Kapitel des Hiobbuches im AT entnommen (38,1-18), in der das für den Menschen unbegreifliche Zusammenspiel der Schöpfung und Naturphänomene beschrieben werden. Es ruft als heraus-
fordernde Frage in Erinnerung, dass die Schöpfung nicht dem Menschen gehört, sondern ihm anvertraut ist. Vielmehr sind wir Menschen Teil dieser Schöpfung und mit allem Leben zutiefst verbunden - wir sind „Erdlinge“ (adami). Es mahnt zu Demut und Dankbarkeit angesichts der Vielfalt und Schönheit der Erde - gerade in einer Zeit des Klimawandels und des Artensterbens! Denn nur was wir lieben und bestaunen, werden wir auch mit Leidenschaft schützen.
Der ökumenische Tag der Schöpfung ist auch eine gute Gelegenheit, unser ökumenisches Miteinander zu stärken und dies öffentlich zu zeigen, in einem ökum. Gottesdienst im September: der Glaube an Gott den Schöpfer und die Sorge um die Schöpfung einen uns (Ökumene/ oikoumene = die ganze bewohnte Erde). Der „konziliare Prozess gegenseitiger Verpflichtung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ (ÖRK 1983) verbindet ‚unsere beiden tiefsten ökumenischen Anliegen: Einheit und Erneuerung der Kirche/n sowie das Heilen und die Bestimmung der menschlichen Gemeinschaft‘. (KD Müller)

