Unser Pfingstpfarrbrief ist erschienen

... Das Thema dieses Pfingstpfarrbriefes: Inspiration. Na super, denke ich, und mir fällt nichts ein! Wie schräg ist das denn?! Ich bin völlig uninspiriert. Das Blatt vor mir ist leer und der Abgabetermin ist morgen. Innere Unruhe kommt auf, Stress! Ich muss das doch noch machen und fertig kriegen. Doch halt! Genau hier ist doch der entscheidende Punkt bei dem, was wir Inspiration nennen. Nicht ich muss etwas machen. Ein anderer macht. Die meisten Menschen sind gerne in der Rolle des Machers/der Macherin. Ich nehme mich da keinesfalls aus. „Schaut her, das habe ich selbst gemacht! Das war meine Idee. Ich habe es umgesetzt.“ Wie oft sind wir wie fixiert auf die eigene Leistung oder eben umgekehrt auf das eigene Ungenügen.

 

Inspiration ist das völlige Gegenteil von all dem. Sie löst diese Fixierung und öffnet für die Ideen, die Wege und die Kraft eines anderen. Ich bin der Beschenkte, der Bereicherte, der, dem eine Chance zufliegt. Also weg vom ängstlichen, gestressten Hasenblick in den Spiegel und hin zum neugierigen, erwartungsfrohen Blick um mich herum. Alles und jedes kann zur Quelle der Inspiration werden, die mir Horizonte öffnet, Wege weist, mich Kraft tanken lässt, mir Begegnungen schenkt, Zukunft eröffnet.
In dem Wort Inspiration steckt natürlich das Wort „spirit“, und das meint “Geist“. Wörtlich also „Eingeistung“. Das klingt seltsam. Geist, der in uns Raum nimmt, uns erfüllt.

Uns Christen schlägt sich natürlich direkt die Brücke zum Heiligen Geist – die Gabe Gottes, die wir an diesem Pfingstfest feiern. Und wir lernen, dass der eigentliche Macher Gott selbst ist, der uns und unser Leben beschenken und bereichern will. Gott kann seine Kraft in uns zur Wirkung bringen.
Wie groß diese Kraft ist, können wir im Leben und im Wirken Jesu entdecken. Sie ist der Ausgangspunkt seiner Menschwerdung und seiner Auferstehung, seines Gottvertrauens und seiner Vergebungsbereitschaft, der Wunder, die er wirkt und der Worte, die er spricht. Alles an ihm lebt und atmet Gott, atmet Liebe und Weite, Barmherzigkeit und Zukunft: eben „Leben in Fülle“, wie Jesus es im Johannes- Evangelium selbst sagt.

Ich wünsche uns allen zum Pfingstfest ganz viel von dieser Inspiration. Gottes Geist ist uns allen in der Taufe und der Firmung geschenkt. An uns ist es, ihm in uns die nötige Freiheit zu geben, dass er machen kann.

Frohe Pfingsten, auch im Namen des ganzen Seelsorgeteams.

Mike Netzler, Pfarrer

 

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