Unser Pastoralplan

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Vorwort

Die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen, die unsere Zeit prägen wie auch die Bevölkerungsentwicklung und ihre Folgen, gehen auch an unserer Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren nicht vorbei. Wir stehen mitten darin.

 

Die Zeit der sogenannten. „Volkskirche“ der 50er bis 90er Jahre ist endgültig vorbei. Das Mitleben in der Kirchengemeinde spielt für eine große Mehrheit der Katholiken vor Ort nur eine geringe oder gar keine Rolle mehr. Gruppen und Verbände, bis hin zu Ordensgemeinschaften, die bisher für das kirchliche Leben prägend waren, leiden unter fehlendem Nachwuchs und drohen auszusterben. Die Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher wird immer geringer, wobei das Durchschnittsalter stetig steigt.

 

Damit geht einher, dass auch die Art zu glauben und Inhalte des Glaubens im Wandel sind. Was geglaubt wird und wie es gelebt werden soll, entscheiden die Menschen zunehmend individuell und weniger aus den Vorgaben der Kirche. Nicht wenige leben ihren Glauben ganz ohne Kirche. Nicht wenige finden sich und ihr Leben in den Gottesdiensten und in den offiziellen Lehren der Kirche nicht mehr wieder, empfinden diese als lebensfremd und orientieren ihr Handeln nicht mehr daran.
Anbindung an Glaube und Kirche wird zunehmend nur punktuell gesucht, zur Taufe, Erstkommunion, Hochzeit und Beerdigung, zum Schulbeginn oder zur Schulentlassung, also an den klassischen Lebenswenden - aber dann mit großer Wichtigkeit und dem Wunsch nach individueller Gestaltung.
Diese Entwicklungen haben u. a. auch unmittelbare Folgen für die Anzahl Menschen, die in unserer Pfarrei haupt- oder ehrenamtlich mitarbeiten. Auch hier sind die Zahlen rückläufig. Es stellt sich die Frage, welche Aufgaben wir in Zukunft anpacken können und wollen, und was eben nicht mehr machbar ist und darum wegfallen wird.

 

Hinzu kommt, dass die statistische Bevölkerungsentwicklung in unserem Land generell zeigt, wie drastisch die Zahl der Kirchenmitglieder in den nächsten Jahren abnehmen wird. Das hat Folgen auch für die wirtschaftlichen Ressourcen. Das stellt uns vor die Frage, was wir uns in den Gemeinden unserer Pfarrei in Zukunft werden leisten können an Personal, Gebäuden etc. und was nicht mehr.
Alle diese Entwicklungen sind nicht vom Himmel gefallen, sondern laufen schon eine geraume Zeit. Auch der große Einsatz vieler engagierter Christen hat diese Entwicklung leider nicht aufhalten können. Wir haben inzwischen den Punkt erreicht, an dem grundlegende Konsequenzen gezogen werden müssen.
Deshalb wollen wir konstruktiv und positiv unsere Zukunft gestalten. Wir sind ja trotz all dieser Entwicklungen immer noch da. Und wir sind zutiefst davon überzeugt, dass unser christlicher Glaube auch für Menschen heute die Quelle für Lebenssinn, für Hoffnung, für tiefe Lebensfreude und Erfüllung ist. Weil Gott sein Ja zu uns Menschen niemals zurücknimmt, so geben wir auch unseren Auftrag nicht zurück, als Kirche in der Welt von heute zusammen mit allen Suchenden nach ihm zu fragen und ihn zu finden. Denn er lässt sich finden.

 

Die Grundfrage, die uns für diesen Lokalen Pastoralplan leitet, lautet: Wo und wie müssen wir uns als Kirche, als Pfarrei, als Gemeinde verändern, umkehren, bewegen, neu anfangen, Schwerpunkte setzen, genauer wahrnehmen, verkünden, begleiten und feiern, damit wir mit den Menschen heute eine solche Gemeinschaft von Gottsuchenden sein können?

1 Wer wir sind – Die Katholische Kirchengemeinde Sankt Clemens Hiltrup Amelsbüren im Kontext ihres Sozialraums

Die Katholische Kirchengemeinde Sankt Clemens Hiltrup Amelsbüren im Süden der Stadt Münster entstand am 1. September 2012 durch die Zusammenlegung der Pfarrgemeinden St. Clemens Hiltrup, St. Marien Hiltrup und St. Sebastian Amelsbüren. Der fusionierten Kirchengemeinde gehören 16.987 (Stand 2017) Mitglieder an. Der Dortmund-Ems-Kanal verbindet und trennt zugleich die drei Gemeindeteile.

 

Sozialraum


Der Stadtteil Hiltrup hat ca. 32.000 Einwohner, davon leben 6.273 in Hiltrup-Ost, 9.934 in Hiltrup-Mitte, 9.416 in Hiltrup-West und 6.417 in Amelsbüren (Stand: 2015). Bis 2020 wird die Bevölkerung im Stadtteil wachsen, vor allem in Hiltrup-West und in Amelsbüren, weil das Baulandprogramm der Stadt Münster dort entsprechende Gebiete sowohl für Einfamilienhäuser als auch Mehrfamilienhäuser ausweist. Auch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen in Amelsbüren mit neuen Arbeitsplätzen wird zu einem weiteren Wachstum des Stadtteils führen. Trotz dieser Entwicklung hat Amelsbüren noch dörflichen Charakter, während Hiltrup eher kleinstädtisch geprägt ist.
Zwar steigt die Zahl der über 80-jährigen in allen Teilen Hiltrups, doch ist Hiltrup-Ost der Gemeindeteil mit dem höchsten Anteil an älteren Menschen. Dies wird sich in den nächsten Jahren durch den Generationenumbruch ändern.
Die Anteile der Haushalte mit Kindern sind in Hiltrup-West und in Amelsbüren aufgrund der bereits in den letzten Jahren entstandenen Neubauten am höchsten. Entsprechend finden sich dort auch die höchsten Anteile von Haushalten mit vier und mehr Personen. Die meisten Alleinerziehenden leben in Hiltrup-Mitte. Hier und in Hiltrup-West leben auch mehr Arbeitslose und Empfänger von Leistungen nach Sozialgesetzbuch II (Hartz 4: Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts für erwerbsfähige Arbeitsuchende oder Sozialgeld für nicht erwerbsfähige Hilfsbedürftige) und Sozialgesetzbuch III (Leistungen der Arbeitsförderung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit oder Verkürzung der Dauer der Arbeitslosigkeit)  als in den beiden übrigen Gemeindeteilen.
Der Anteil der Menschen mit Migrationsgeschichte, sowohl persönlicher als auch ererbter Migrationsgeschichte, sowie der Ausländeranteil sind in Hiltrup-Mitte und in Hiltrup-West am höchsten. Die Anteile entsprechen insgesamt ungefähr dem Durchschnitt der Stadt Münster. Die Zahlen dürften durch den Zuzug von Geflüchteten noch leicht zunehmen.

Soziale Milieus

Hiltrup ist ein heterogener Stadtteil. Alle sozialen Milieus sind hier vertreten, dabei weicht keines der in den Sinus-Studien erfassten Milieus wesentlich von den Durchschnittswerten in Deutschland bzw. in der Stadt Münster ab. Leicht überdurchschnittlich sind in Hiltrup und Amelsbüren allerdings das Milieu der Konservativ-Etablierten (Menschen mit einem Standesbewusstsein, an einer Erfolgsethik orientiert und mit Führungsanspruch, aber bereit, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen) und das Milieu der Performer (Menschen, die ökonomisch global denken, leistungsorientiert, innovativ und technikaffin orientiert sind) vertreten. Etwas unterdurchschnittlich sind die Milieus der Prekären (Menschen, die sich um soziale Teilhabe bemühen, sich aber eher als sozial Benachteiligte sehen und schon Ausgrenzung erfahren haben) sowie das der Hedonisten (spaß- und erlebnisorientierte untere Mittelschicht/Unterschicht) anzutreffen. Alle 10 Milieus weisen Anteile für Hiltrup zwischen 7 % und 14 % auf.

Kirchliche Orientierung

Die derzeit 16.987 Katholiken stellen ungefähr die Hälfte der Bevölkerung in Hiltrup Amelsbüren dar, mit leicht sinkender Tendenz. Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist seit 1960 kontinuierlich sehr stark rückläufig. Besuchten 6.308 von 10.900 Katholiken im Jahr 1960 die Gottesdienste, so waren 2014 nur noch 1.331 der 17.368 Gemeindemitglieder auch Gottesdienstbesucher. In Prozenten ausgedrückt entspricht dies einem Absacken von 57,87 % auf 7,55 %.
Die Anzahl der Taufen ist relativ konstant, über die Jahre seit 1960 aber auch mit der Zahl der Geburten schwankend. Ähnliches gilt für die Erstkommunion. Die Zahl der Firmungen schwankt dagegen erheblich, bei augenblicklich leicht zunehmender Tendenz. Firmung scheint wieder „in“ zu sein. Die Zahl der kirchlichen Trauungen lag in den 1960er Jahren bei über 100 pro Jahr, nach einem Tiefstwert von nur 19 im Jahr 2003 stieg sie danach wieder auf Werte zwischen 30 und 40 pro Jahr. Kirchenaustritte waren mit 6 im Jahr 1960 sehr selten, stiegen in den folgenden Jahren relativ gleichmäßig bis 2012 und erreichten einen Höchststand von 311 in 2014. Die Zahl der Wiederaufnahmen liegt über viele Jahre im einstelligen Bereich.
Diese Befunde haben wir in fünf Megatrends zusammengefasst:

  1. Wir leben in einem heterogenen Sozialraum, in dem Menschen aller Milieus und Schichten leben.
  2. Wir leben in einem wachsenden Stadtteil. Die Zahl der Katholiken nimmt ab. Gleiches gilt für die Zahl der Gottesdienstbesucher.
  3. Die Altersstruktur in unseren Kirchorten ist unterschiedlich: Von Hiltrup-Ost nach Amelsbüren jünger werdend!
  4. Wir können auch zukünftig an allen Kirchorten eine gute räumliche Ausstattung bereithalten. Gleichzeitig müssen in unserer Pfarrei Gebäude abgebaut statt aufgebaut werden.
  5. In unserer Pfarrei entwickelt sich Gemeinsames. Die Eigenständigkeit der Kirchorte setzt dem auf nicht absehbare Zeit natürliche Grenzen.

Der Stadtteil Hiltrup verfügt insgesamt über eine gute Infrastruktur, die im Alltag kurze Wege ermöglicht. Es gibt eine große Anzahl Kindertagesstätten in verschiedenen Trägerschaften. Das Schulangebot umfasst sechs städtische Grundschulen, darunter vier katholische Bekenntnisschulen, eine Hauptschule, eine Realschule, zwei Gymnasien, eines davon, das Kardinal-von-Galen-Gymnasium, in der Trägerschaft des Bistums Münster.
Die Versorgung im Krankheitsfall ist mit dem Herz-Jesu-Krankenhaus gewährleistet, das von den Hiltruper Missionsschwestern gegründet wurde und jetzt in die Trägerschaft der Franziskusstiftung übergeht. Die von der Kirchengemeinde bzw. der Meyer-Suhrheinrich-Stiftung getragenen Altenheime Marienheim, Meyer-Suhrheinrich-Haus sowie Haus Heidhorn in der Trägerschaft der Alexianer und das Altenheim der Hiltruper Missionsschwestern versorgen Menschen, die nicht mehr allein leben können.
Mehrere Ordensgemeinschaften prägten lange Zeit das Gemeindeleben in Hiltrup Amelsbüren mit. Hier sind besonders zu nennen: die Hiltruper Missionare, die über viele Jahre die ehemalige Pfarrei St. Clemens Hiltrup verwalteten und das Kardinal-von-Galen-Gymnasium gründeten, die Missionsschwestern von Hiltrup mit dem Mutterhaus und dem Krankenhaus sowie die Vorsehungsschwestern in Amelsbüren. Neu hinzugekommen waren die Alexianer mit ihrem Fachkrankenhaus in Haus Kannen sowie in jüngerer Zeit die Daughters of St. Thomas im Alexianer-Kloster St. Josef. Alle Gemeinschaften sind klein oder ihre Mitglieder sind alt geworden, sodass sie im Gemeindeleben nur noch eine geringe Rolle spielen.

Unsere Einrichtungen


Als pastorale Handlungsorte dienen uns unsere Gottesdienst- und Versammlungshäuser. Sie sind entsprechend der pastoralen Situation vor Ort ausgestattet. Glaube bedeutet immer auch Nähe. Unsere Häuser und Einrichtungen stehen für Kirche in der Gemeinde (im Ortsteil/Viertel). Unsere Pfarrzentren haben gleichsam eine dienende Funktion für den gesamten pastoralen Raum, da sie jeweils für Profilbereiche der Kirchengemeinde stehen und als „Leuchttürme“ nach außen wie nach innen ausstrahlen.

Dfür sorgen und bürgen im Besonderen auch unsere angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen diesen Einrichtungen. Sie sind feste Säulen und wichtige Repräsentanten unserer Pfarrei, die ihnen Gesicht und Profil verleihen.

Kirchen

Die vier Kirchen mit den Begegnungsräumen in weiteren Einrichtungen in ihrer jeweiligen Nachbarschaft bilden dabei die Zentren des Gemeindelebens.


Die Pfarrkirche St. Clemens liegt an der Kreuzung Hohe Geest/Marktallee mitten im Herzen Hiltrups. Die Kirche bietet 400 Gläubigen Platz und wurde 1912/1913 nach Plänen des Architekten Ludwig Becker erbaut, weil die Vorgängerin, heute Alt-St. Clemens, mit 100 Plätzen nicht mehr für die inzwischen auf mehr als 1.000 Gläubige angewachsene Gemeinde ausreichte. St. Clemens weist viele beachtenswerte Bauteile auf. Die dreischiffige Basilika ist nicht, wie bei Kirchen allgemein üblich, geostet, sondern die Chorapsis zeigt nach Norden. Zwei mächtige quadratische Türme, 44,5 Meter hoch, überragen das steile Satteldach. Die Verbindung von Rundbögen und Jugendstilelementen im Inneren der Kirche verleihen dem Bauwerk eine besondere Ausstrahlung.

Ein Schmuckstück ist die Orgel, die im Jahre 2007 von der Fa. Seifert aus Kevelaer gebaut wurde. Es ist ein französisch-romantisches Instrument mit 33 klingenden Registern sowie einer mechanischen Traktur. Eine Besonderheit sind die Registerzüge, die als Wechselschleifen ausgeführt sind. Das Instrument wird von vielen für seine Klangschönheit gerühmt.

Alt-St. Clemens gehört zu den ältesten und bemerkenswertesten Kirchbauten Westfalens. Nahe dem Weg von Münster nach Hamm wurde um 1160 die kleine romanische Kirche auf dem Grund des Hofes Schulze Hiltrup gebaut. Bischof Hermann weihte sie 1180 dem heiligen Clemens. Zunächst gehörte die Gemeinde zur Dompfarre Münster, dann zur Lamberti- und später zur Ludgeripfarre. Erst 1803 wurde sie selbstständige Pfarrkirche. Als Alt-St. Clemens geweiht wurde, gelangte vermutlich eine Reliquie des hl. Clemens als Geschenk der Mutterkirche in den Altar. Alt-St. Clemens war über einige Jahrzehnte profaniert, d. h., das Gebäude hatte als Kirchenraum keine Bedeutung mehr. 1963/1964 wurde die Kirche renoviert, die Kriegsschäden wurden beseitigt und anschließend die Kirche neu eingesegnet.

Der Name der Kirche St. Marien in Hiltrup-Ost wurde 1953 vom Kirchenvorstand Sankt Clemens im Hinblick auf das marianische Jubeljahr 1954 nicht ohne Einsprüche beschlossen. Nachdem man sich für den Plan des Architekten Schäfer aus Coesfeld entschieden hatte, erfolgte am 5. Mai 1955 der erste Spatenstich. Am 8. Dezember 1956 weihte Weihbischof Heinrich Baaken die Kirche, für diesen Tag ausgestattet im Inneren mit fünf geliehenen Kirchenbänken und Gaststätten- und Gartenstühlen, unter reger Anteilnahme der zukünftigen Gemeinde ein. Hinzuweisen ist auf die beiden großen bunten Fenster an der West- und Südseite. Diese Fenster entwarf der damals noch junge Glasmaler und Grafiker Paul Reding. Im Westfenster verarbeitete er Motive aus der Geheimen Offenbarung. Das Südfenster enthält Gleichnisse aus dem Leben Jesu, z. B. das Gleichnis vom Gastmahl. Zu erwähnen ist, dass der Chorraum nach den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils entsprechend umgebaut und Anfang der 70er Jahre die Verklinkerung der Innenwände vorgenommen wurde.

Als Mittelpunkt des Kirchspiels Amelsbüren lassen sich die Spuren der St. Sebastian-Kirche bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Vom im Kern romanischen Turm als ältestem Teil über das gotische Langhaus aus dem 14. Jahrhundert reicht die Spanne der Baustile bis hin zur neugotischen Erweiterung aus dem Jahr 1893 durch Querhaus und Chor. Gleichzeitig wurde wohl der Turm mit Quadermauerwerk verkleidet und um ein Geschoss erhöht und der Helm aufgesetzt. Die Ostpartie des spätgotischen Saals besteht aus einem Chor im 3/8-Schluss und einem Querhaus. Die Langhauswände sind durch dreibahnige Maßwerkfenster und Strebepfeiler gegliedert. Der alte und der neue Teil sind durch gleiche Formen und ein durchlaufendes steiles Dach vereinheitlicht. In das Langhaus wurde ein Kreuzrippengewölbe eingezogen, dessen spätgotische Rankenmalerei 1961 fragmentarisch freigelegt wurde.

Kindertageseinrichtungen

Mit den Eltern teilt die Kirchengemeinde das Interesse, dass ihre Kinder alle geistigen und körperlichen Fähigkeiten entfalten können und zu Menschen heranwachsen, die in christlichem Geist Kirche und Gesellschaft mitgestalten. Die Kirchengemeinde ist Trägerin der nachstehenden Kitas, die sich differenziert dieser Aufgabe stellen:

  • Familienzentrum und Kita St. Clemens in Hiltrup-Mitte,
  • Kita St. Martin in Hiltrup-West,
  • Kita St. Marien in Hiltrup-Ost,
  • Familienzentrum und Kita St. Sebastian in Amelsbüren.

Diese Einrichtungen bieten Familien ein wohnortnahes Angebot auf der Grundlage des katholischen Glaubens.

Jugendzentren


Die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Jugendheim St. Clemens im Ortskern von Hiltrup ist Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Sie bietet allen jungen Menschen ein breites Bildungs- und Freizeitangebot.
Im Pfarrheim St. Marien findet alle zwei Wochen freitags ein offener Treff für Kinder von 8 bis 12 Jahren statt.
Das selbstverwaltete Jugendzentrum Black Bull in Amelsbüren bietet Jugendlichen in Amelsbüren viele Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten.

Angebote für Senioren

Menschen, die in unserer Gemeinde alt werden, können sich weiter unterstützt und begleitet wissen. Das Netzwerk des Altenhilfe-Zentrums St. Clemens umfasst vielfältige Angebote, zu denen das Marienheim, das Meyer-Suhrheinrich-Haus, das Tageshaus St. Clemens, die Seniorenberatung, barrierefreie Wohnungen und ein stadtteilorientiertes Hausnotrufsystem zählen. Das Betreuungsangebot Marie mobil ermöglicht die stundenweise Betreuung und Alltagsbegleitung durch geschulte Kräfte, das Angehörige entlastet und Alleinstehende in ihrem Alltag unterstützt.

Die aufsuchende Seniorenberatung der Meyer-Suhrheinrich-Stiftung unterstützt bei der Vermittlung und Organisation von Hilfe bei auftretender Pflegebedürftigkeit und hat ein besonderes Augenmerk auf alleinlebende und vereinsamte Senioren.
Daneben gibt es ein offenes Angebot in vier regelmäßig stattfindenden Gruppen: Zwei davon treffen sich im Alten Pfarrhof, eine im Pfarrheim St. Marien und eine im Pfarrheim St. Sebastian.
Außerdem unterhalten die Alexianer mit dem Seniorenpflegeheim Haus Heidhorn und die Hiltruper Missionsschwestern weitere Einrichtungen der Altenpflege auf dem Gebiet der Kirchengemeinde.
Im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup trifft sich einmal wöchentlich eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz, in der speziell geschulte Kräfte ein Angebot für Betroffene machen und Angehörige auf diese Weise entlasten.

Weltladen Solidario und Café Marie

In einem gemeinsamen Ladenlokal im Meyer-Suhrheinrich-Haus an der Marktallee betreibt ein Team von Ehrenamtlichen den Hiltruper Weltladen Solidario und die Begegnungsstätte Café Marie. Der Weltladen Solidario ist dem Gedanken des Fairen Handels verpflichtet und bietet viele Waren aus unterschiedlichen Erdteilen an, die fair produziert und gehandelt werden. Auch die Bewirtschaftung der Kirchengemeinde werden wir an fairen und nachhaltigen Kriterien ausrichten.
Nächstenliebe und Solidarität sind nicht nur auf die eigene Gemeinde beschränkt. Der Blick auf die Lebenssituation von Menschen in anderen Teilen der Welt wird gestärkt durch partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Sankt Pablo in Trujillo, Peru, und die Partnerschaft mit der Gemeinde St. Martyrs of Uganda in Sirigu in Nordghana.
Beide Projekte sehen wir als feste Bestandteile unserer Kirchengemeinde.

Büchereien

Die Stadtteilbücherei St. Clemens in Kooperation mit der Stadtbücherei Münster sowie die Katholischen Öffentlichen Büchereien St. Marien und St. Sebastian bieten ein breites Angebot an Büchern und Medien zur Ausleihe und sind Treffpunkte für alle, die gerne lesen und an Wissen und Bildung interessiert sind.

Friedhöfe

Wir als Katholische Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren wissen uns im Umgang mit Tod und Trauer in besonderer Weise in die Pflicht genommen, weil wir über zwei Friedhöfe in eigener Trägerschaft verfügen: Den Katholischen Friedhof St. Sebastian in Amelsbüren und den sog. „Alten Friedhof“ St. Clemens in Hiltrup Mitte. Darüber hinaus gibt es in unserem Einzugsgebiet auch noch den städtischen Friedhof „Hohe Ward“.
In diesen Zeiten gerät auch der Rahmen von Bestattungen bei vielen unter immensen Kostendruck, der nicht selten zu Lasten der Qualität von Beisetzungen geht. Jeder Getaufte hat das Recht auf ein würdevolles christliches Begräbnis. Es ist uns ein Anliegen, dass die Bestattungen in einem ansprechenden Rahmen stattfinden, der der Würde des Verstorbenen, den Bedürfnissen der trauernden Angehörigen wie auch der österlichen Hoffnung, in die hinein wir von unseren Toten Abschied nehmen, gerecht wird.
Dazu gehören u. a.:

  • vielfältige und bezahlbare Grab- und Bestattungsformen;
  • die Möglichkeit der individuellen Gestaltung der Gräber wie auch der nicht so pflegeintensiven Gestaltung;
  • auf den Trauerfall individuell abgestimmte Trauergottesdienste zu den vielfältigen Tageszeiten, gestaltet aus der Fülle liturgischer und musikalischer Elemente;
  • der Einbezug der trauernden Angehörigen mit ihren Wünschen und Vorschlägen;
  • die Begleitung der trauernden Angehörigen in Gespräch und Gebet;
  • wiederkehrende Angebote des Totengedenkens und der Gräbersegnung im Laufe des Kirchenjahres.

Anonyme Bestattungen gibt es auf unseren Friedhöfen nicht. Trauer braucht nach unserer Überzeugung einen Ort und unser christlicher Glaube trägt die Individualität des Menschen durch über den Tod hinaus. Dafür steht unser Name. Wir sind von Gott bei unserem Namen gerufen. Er, der uns ins Leben gerufen hat, der uns dazu berufen hat, vor seinem Angesicht zu leben und in der Welt zu dienen, er ruft uns auch im Tod ins ewige Leben. Daher gehört der Name des Verstorbenen natürlich auf das Grab. Unsere Friedhöfe sollen Zeugnis des christlichen Menschenbildes wie auch der Auferstehungshoffnung sein, ein Ort der Ruhe und der Besinnung, aber auch des Trostes und des Auftankens. Zugleich sind sie unersetzbare Orte der Begegnung und Kommunikation von trauernden Menschen untereinander und mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern.
Als Katholische Kirchengemeinde stehen wir den Menschen im Umgang mit Tod und Trauer umfassend hilfreich zur Seite, sei es im konkreten Trauerfall wie auch in dem Fall, wenn Menschen schon im Vorfeld die Rahmenbedingungen ihrer Beisetzung regeln möchten oder unverbindlich Informationen benötigen, was in dem Fall zu tun ist und welche Wahlmöglichkeiten bestehen.
Geburt und Tod sind die beiden großen Eckdaten des Lebens. Beide erleben wir zwischen Hoffen und Bangen. Wir Menschen wollen leben. Und zugleich erfahren wir das Leben als begrenzt und bedroht von Anfang an. Selbst an die Grenzen des Todes zu stoßen oder einen geliebten Menschen sterben zu sehen und im Tod zu verlieren, das gehört zu den schwersten und tiefsten Erfahrungen, die wir Menschen machen können und zu bewältigen haben.
Als Christen haben wir uns besonders dieser Situation mit unserem Glaubenszeugnis zu stellen. Denn durch den Kreuzestod und die Auferstehung Jesu Christi, die den Kern unseres christlichen Glaubens bilden, haben wir eine einzigartige und unüberbietbare Hoffnung in diese dunkle Erfahrung des Todes zu bringen. Wir sind dazu aufgerufen, sterbende und trauernde Menschen in dieser Erfahrung hilfreich zu begleiten, sie aufzurichten und unsere Verstorbenen würdevoll und mit österlicher Hoffnung zu bestatten.

Alle diese Standorte stehen auch in der Zukunft nicht zur Disposition, unbeschadet notwendiger Transformationsprozesse. Diese können sich aufgrund aktueller Entwicklungen kurzfristig ergeben.

2 Was uns leitet – unsere Grundhaltung

  1. Wir in der Katholischen Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren leben unseren Glauben mit Freude in der Nachfolge Jesu Christi auf der Basis des Evangeliums und in Verbundenheit mit der Welt- und Ortskirche.
  2. In unserer Kirchengemeinde sind alle Menschen willkommen. In ihr finden die Menschen mit ihren Fragen und Hoffnungen, Stärken und Schwächen ihren Platz, weil sie im Ansehen Gottes wertvoll, kostbar und wichtig sind. Wir begegnen einander auf Augenhöhe und mit Respekt und sind offen für Inspiration von außen.
  3. Wir schaffen vielfältige liturgische, katechetische, karitative etc. Begegnungsorte, um unsere Gemeinschaft zu stärken, aber auch, um im ökumenischen Miteinander und darüber hinaus mit anderen kirchlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen und Gruppen zusammenzuarbeiten.
  4. Als Kirchengemeinde gestalten wir das gesellschaftliche Leben in unserem Wirkungsbereich im Stadtteil Hiltrup Amelsbüren auf der Basis unseres Glaubens aktiv mit.
  5. In unserer Kirchengemeinde überprüfen wir in transparenter Kommunikation ständig die bestehenden Strukturen und Angebote. Wir gehen mit Vertrauen und Mut auf Neues zu und probieren es aus. Wo es notwendig ist, lassen wir Bisheriges los.

3 Was uns antreibt – geistliche Grundlegung

Unser neues Logo


Zusammen mit dem Inkrafttreten dieses Lokalen Pastoralplans bekommt die Pfarrei zeitgleich ein neues Logo. Sie finden es  oben auf allen Webseiten. Dieses Logo wird zentral geprägt durch die Darstellung eines Ankers. Der Legende nach hat der hl. Clemens den Märtyrertod durch das Ertränken mit einem Anker um den Hals erlitten. Viele Darstellungen des Heiligen haben daher einen solchen Anker, in dem auch zugleich ein Kreuz identifiziert werden kann. Der Anker steht also für den Patron der Gesamtpfarrei, wie er in unserem offiziellen Namen enthalten ist. Zu diesem Logo gehört das Motto:

Verankert in Christus.

 

Die Farben des Logos werden durch unterschiedliche Blautöne dominiert. Das hat seinen direkten Bezug zum Wasser, das durch Wellen im Logo angedeutet wird. Nicht nur, dass das Wasser an sich schon zum Anker gehört und es der Ort des Martyriums des hl. Clemens ist: Die Wasserwellen stehen für den Dortmund-Ems-Kanal, der als Wasserstraße durch alle drei ehemaligen Pfarreien führt, die heute die Katholische Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren bilden. Das Logo will also ein Zeichen der Einheit in der Wirklichkeit unserer Pfarrei sein. Zudem stilisiert der Anker in seiner Form auch einen Bootsrumpf mit Mast und wird so zugleich zu einem Bild für die Kirchengemeinde als Ganzes.
Dann sind noch vier kleine Fische beigefügt, die teils innerhalb des Logos schwimmen, teils aber auch hinein- und teils hinausschwimmen und die Grenzen des Logos sprengen. Die Fische haben zudem unterschiedliche Farben.
Der Fisch ist zunächst ein urchristliches Zeichen für die Christen selbst. In den Buchstaben des griechischen Wortes für „Fisch“ versteckten die frühen Christen ein ganzes Glaubensbekenntnis: Jesus Christus - Gottes Sohn - Erlöser. Die Fische stehen also für die unterschiedlichsten Gemeindemitglieder und Gemeindeteile. Es herrscht ein munteres Kommen, Bleiben und Gehen. Die Entwicklung der Pfarrei ist stetigen Veränderungen unterworfen, Menschen glauben auf je individuelle Weise mit unterschiedlicher Anbindung an die Pfarrei. Und doch gehören sie alle dazu, weil sie zu Christus gehören.

Das Evangelium vom Sturm auf dem See

Verankert in Christus - uns ist in diesem Prozess der Entwicklung von Logo und Pastoralplan immer wieder das Evangelium vom Sturm auf dem See (Mk 4,35-41) wichtig geworden. Die Jünger mit Christus im Boot sind für uns ein Symbol für unsere Gemeinde. Das Boot im Evangelium soll ans andere Ufer hinüberfahren (V. 35). Auch wir spüren, dass wir als Gemeinde „zu neuen Ufern aufbrechen“ müssen, um den Menschen der heutigen Zeit „Rede und Antwort stehen zu können, wenn sie nach der Hoffnung fragen, die uns erfüllt“ (vgl. 1 Petr 3,15).
Überall, wo es um Veränderungen geht, kommen Ängste und Zweifel auf. Ist das der richtige Weg, den wir einschlagen? Werden wir unserem Auftrag gerecht werden? Der heftige Wirbelsturm, der im Evangelium über das Boot der Jünger hereinbricht, steht für alles Ringen und alle Unsicherheiten, die ein solcher Weg mit sich bringt. Wie das Boot im Evangelium sich mit Wasser zu füllen beginnt (V. 37), so umschleicht uns auch manchmal das Gefühl, das Wasser stünde uns schon bis zum Hals.
Die Jünger scheinen in ihrer Panik zunächst fast vergessen zu haben, dass Jesus mit im Boot ist. Er liegt hinten auf einem Kissen und schläft (V. 38). Die ruhige Gelassenheit Jesu im Evangelium ist provozierend und anrührend zugleich. Die Jünger machen ihm in ihrer Panik den Vorwurf, er ließe sie in diesen stürmischen Zeiten im Stich. Auch wir müssen achtgeben, dass wir nicht aufhören, mit dem Wirken des Herrn in unserer Mitte zu rechnen und uns bewusst zu machen, dass er der Kapitän des Schiffes ist. Wir müssen und dürfen ihm den Freiraum lassen, in uns und unter uns wirken zu können. Als Kirche wirken wir nie nur aus uns selbst heraus.
So legt sich auch der Sturm durch sein wirkmächtiges Wort (V. 39). Und seine Frage nach dem Glauben der Jünger (V.40) empfinden wir als Kernfrage an uns heute - und die Frage, ob uns als Glaubende heute immer noch dieses ergriffene Staunen der Jünger über Jesus erfasst, wer es ist, der da unter uns erschienen ist und mit uns geht (V. 41).

Kaplan Bernhard Poether


Ein weiteres geistliches Leitbild finden wir in der Person von Kaplan Bernhard Poether. Er liegt im Seitenaltar unserer St. Clemens-Pfarrkirche begraben. 1906 in Datteln geboren ist er in Hiltrup aufgewachsen und von der Jugendbewegung geprägt worden. Am 17. 12. 1932 wurde er im Dom zu Münster zum Priester geweiht und feierte seine Heimatprimiz in St. Clemens am zweiten Weihnachtstag. Sein Ideal wäre es gewesen, als Missionar nach Russland zu gehen, doch dazu ist es nie gekommen. Seine Einsatzorte als Priester waren Gelsenkirchen, Gladbeck-Zweckel und Bottrop, unterbrochen von zwei Jahren als Seelsorger in Ciecina in Polen.
In den Gemeinden des Ruhrgebietes begegnete er in besonderer Weise der Gruppe der Polendeutschen, die im nationalsozialistischen Deutschen Reich einen schweren Stand hatten, schikaniert wurden und der Verfolgung ausgesetzt waren. Aber gerade für sie setzte er sich mutig ein. Genau dieser Einsatz führte am 22. 9. 1939 zu seiner Verhaftung, die ihn zunächst ins Konzentrationslager Sachsenhausen und später nach Dachau brachte. Dort starb er an den Folgen der harten Lagerhaft am 5. 8. 1942.
Kaplan Bernhard Poether ist ein Mann, der aus einer tiefen Christus-Beziehung heraus sich an die Ränder der damaligen Gesellschaft begeben hat, um für Menschen in ihrer Not da zu sein. An die Ränder zu gehen ist auch heute, nicht zuletzt durch Papst Franziskus, zu einem Aufruf der Erneuerung von Kirche geworden. Kaplan Poether hat es zu seiner Zeit gelebt.
Aus seinen Verhören ist überliefert, dass ihm die Frage gestellt worden ist: „Da sind zwei Menschen, die deine Hilfe brauchen, ein Deutscher und ein Pole. Wem würdest du helfen?“ Er hätte nur zu antworten brauchen: „Dem Deutschen.“ Und er wäre wohl frei gekommen. Er aber hat geantwortet: „Dem, der meine Hilfe am meisten braucht.“ Man spürt, wie sehr er den barmherzigen Samariter aus dem Gleichnis Jesu (Lk 10, 25-37) für sich verinnerlicht hatte. „Barmherzigkeit“ ist auch für uns die christliche Grundhaltung, mit der wir das Klima in unserer Gesellschaft wesentlich zu prägen haben. Hinzu kommen mutiges Bekenntnis und die Bereitschaft, die eigenen Ideale auch über das eigene Wohl zu stellen. Nicht ohne Grund haben wir für Kaplan Poether die Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens beim Bischof von Münster beantragt. Mit seinem Zeugnis könnte er so etwas wie ein Patron über unseren Bemühungen sein, heute in unserer Welt diese Werte zu leben.

4 Wie wir uns sehen - unser Gemeindebild der Zukunft

Unsere Katholische Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren, wie sie seit dem 1. 9. 2012 besteht, ist entstanden aus drei ehemals selbstständigen Pfarreien, in denen sich auch jeweils ein eigenständiges profiliertes Gemeindeleben entwickelt hatte, das bis heute besteht und erkennbar ist. Nun bilden sie gemeinsam eine Pfarrei mit einem großen Einzugsgebiet. Kann es in ihr überhaupt auch ein gemeinsames Gemeindeleben geben? Was muss es für alle einheitlich geben? Und was kann der Vielfalt der unterschiedlichen Gemeinden anheim gegeben werden?
Es gilt, die beiden Größen „Pfarrei“ und „Gemeinde“ in einer guten Balance zueinander auszugestalten. Wir wollen auf der einen Seite keine Gleichmacherei, andererseits aber auch kein bloßes Nebeneinander. Wir wollen der Wirklichkeit der einen Pfarrei genauso Rechnung tragen wie den unterschiedlich gewachsenen Gemeinden in ihr. Darum wollen wir uns als Katholische Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren verstehen als eine Pfarrei, die eine Gemeinschaft von Gemeinden darstellt.

Was ist hier die Pfarrei?

Die Pfarrei ist territorial definiert. Für uns sind es die Stadtteile Hiltrup und Amelsbüren. Sie wird von einem Pfarrer geleitet. Das Pastoralteam und die Verwaltung sind auf der Ebene der Pfarrei angesiedelt. Die Pfarrei hat die Verantwortung für das kirchliche Leben auf ihrem Gebiet. Auf der Ebene der Pfarrei erfolgt die Pastoralplanung. Sie sorgt für die Vernetzung und Einbeziehung der unterschiedlichen Gemeinden in ihr.

Was sind hier die Gemeinden?

Kirche vor Ort lebt vom Miteinander vielfältiger gemeindlicher Ausdrucksformen.
Gemeinden sind u. a.

  • Orte (z. B. Kirchorte, d. h. ehemals selbstständige Pfarreien. Für uns sind es die Kirchorte St. Marien, St. Sebastian und St. Clemens. Unter bestimmten Blickwinkeln könnte auch Alt-St. Clemens ein solcher Kirchort sein);
  • Einrichtungen (z. B. unsere vier Kindertageseinrichtungen, die Schulen, das Herz-Jesu-Krankenhaus, das Marienheim, das Meyer-Suhrheinrich-Haus etc.) oder
  • Gruppen mit einem inhaltlichen Anliegen (z. B. Gottesdienstgemeinde, Familienkreise, Verbände, Geistliche Gemeinschaften etc.).

Gemeinden können von unterschiedlicher Dauer und Intensität sein, die auch selbstbestimmt gesetzt werden.

Was sind Merkmale einer Gemeinde innerhalb der Pfarrei?

  • Gemeinden sind Orte und Gelegenheiten, wo das Evangelium und die Lebenswirklichkeit der Menschen aufeinandertreffen und sich wechselseitig inspirieren.
  • Die Grundvollzüge Liturgie, Nächstenliebe und Verkündigung haben in der Gemeinde in einer spezifischen Form ihren Platz.
  • Es gibt eine Anbindung an das Seelsorgeteam.

5 Leitungsstruktur in unserer Kirchengemeinde

Wenn wir unsere Katholische Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren als „Gemeinschaft von Gemeinden“ (s. o.) verstehen, hat das unmittelbare Konsequenzen für die Art und Weise, wie Kompetenzen verteilt werden und Leitung wahrgenommen wird.

 

Grundsätzlich wird unserer Ansicht nach Leitung immer in Verantwortung für die Menschen in der Pfarrei wahrgenommen. Sie und ihre Anliegen werden wertgeschätzt und ernst genommen. Wir wollen auf allen Ebenen Kommunikation auf Augenhöhe, geklärte Kompetenzen, offene Ansprech- und Mitsprachemöglichkeiten und transparente Entscheidungsprozesse. Die Leitung in der Pfarrei wird ausgeübt in enger Kooperation mit den bestehenden Netzwerken und Gruppen. Die Entscheidungsbefugnisse liegen nicht in der Hand weniger, sondern werden nach rechtlicher Möglichkeit, Unmittelbarkeit und Qualifikation delegiert. Ziel ist es, das gemeinsame Priestertum aller Getauften sichtbar zu machen und die Eigenverantwortung zu stärken.

 

Diejenigen, die Leitung innehaben oder übernehmen, auf welcher Ebene auch immer, verzichten auf Alleingänge und auf übereilte Entscheidungen, die nicht mit den zuständigen Verantwortlichen oder den von den Entscheidungen Betroffenen abgesprochen sind. Wer in irgendeiner Form und auf irgendeiner Ebene Leitung übernimmt, wird hierzu offiziell beauftragt und erhält bei Bedarf Gelegenheit zur entsprechenden Fortbildung. Die Kompetenzen werden sichtbar und nachprüfbar festgehalten.
Auf der Ebene der Pfarrei liegen die Entscheidungsbefugnisse im Dreieck von Kirchenvorstand (für die wirtschaftlichen Belange), Pfarreirat (für die pastoralen Belange) und Seelsorgeteam mit dem Leitenden Pfarrer an der Spitze. Hier gelten die Satzungen des Bistums Münster. Alle stehen im engen Austausch miteinander und entscheiden koordiniert. Die Entscheidungen werden in der Pfarrei offen kommuniziert.

 

Auf der Ebene der Gemeinden innerhalb der Pfarrei ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Gemeinden wie die Schulen, die Kitas, die Pflegeeinrichtungen oder das Krankenhaus verwalten und gestalten sich weitgehend unabhängig von der Pfarrei.

 

Bei den drei Kirchorten St. Clemens, St. Marien und St. Sebastian ist das bisher anders. Aber auch sie werden in seelsorglichen Belangen wie zusätzlichen Gottesdiensten, pastoralen Initiativen und Veranstaltungen eigenständiger gesetzt. Hier sollen die Ortsausschüsse zusammen mit der zuständigen hauptamtlichen Seelsorgerin  oder dem Seelsorger vor Ort Entscheidungen treffen können, die nicht vom leitenden Pfarrer genehmigt zu werden brauchen und die durch ein eigenständig verwaltetes Budget für seelsorgliche Belange auch wirtschaftlich abgesichert sind. Hier tragen wir den unterschiedlichen Prägungen und Bedürfnissen der ehemals selbstständigen Pfarreien Rechnung. Durch diese Regelung möchten wir das Tor öffnen für erste Strukturen von Gemeindeleitung durch Laien, weil die zuständigen hauptamtlichen Seelsorgerinnen  und Seelsorger vor Ort in unserer Pfarrei Pastoralreferentinnen  und Pastoralreferenten sind. In den Ortsausschüssen sind die dem Kirchort entstammenden Mitglieder von Kirchenvorstand und Pfarreirat wie auch die hauptamtliche Seelsorgerin oder der hauptamtliche Seelsorger vor Ort automatisch Mitglied. So ist auch die Anbindung an die Pfarrei jederzeit gewährleistet. Darüber hinaus können alle Gruppen, Verbände und Initiativen vor Ort einen Vertreter mit Stimmrecht in den Ortsausschuss entsenden. Auch interessierte Gemeindemitglieder können jederzeit an den Sitzungen teilnehmen und sich einbringen.

 

Wo viele Menschen gemeinsam miteinander Lösungswege suchen und Entscheidungswege gehen, ist das Aufkommen von Konflikten fast unvermeidlich. Wir wollen Konflikte aufarbeiten und nicht unter den Teppich kehren. Wir pflegen einen an der Sache orientierten Umgang miteinander ohne persönliche Verletzung. Wir verpflichten uns zu einem wertschätzenden und fairen Umgang miteinander sowie zur regelmäßigen Reflexion unseres Umgangsstils und unserer Entscheidungsinhalte.

6 Der Dienst der Ehrenamtlichen in unserer Kirchengemeinde

In unserer Kirchengemeinde engagieren sich viele Menschen in den verschiedensten Themen, Aufgabenbereichen und Funktionen, gestalten das Gemeindeleben aktiv mit und lassen so das Evangelium lebendig werden.

 

Wir sind der Überzeugung, dass jeder Mensch im Ansehen Gottes wertvoll ist. Jedem Menschen sind besondere Charismen zugeteilt und jeder ist eingeladen, diese Gaben, Talente und Ideen zum Nutzen der Gemeinschaft einzubringen (vgl. 1 Kor 12).

 

Unabhängig von ihrer je eigenen Glaubensüberzeugung sind in unserer Gemeinde alle engagierten Christen willkommen, die

  • in Gremien (Pfarreirat, Kirchenvorstand, Ortsausschüssen),
  • in der Liturgie (z. B. als Lektoren, Kommunionhelfer, Messdiener, in Chören),
  • in der Katechese (z. B. in der Tauf- und Firmvorbereitung, als Glaubenspaten für Kinder),  
  • im karitativen Bereich (z. B. im Sozialdienst, in der Flüchtlingshilfe, beim Seniorentreff),
  • in Vereinen und Verbänden,
  • in Gesprächskreisen, Bibelkreisen, Familienkreisen und Arbeitskreisen

Gemeinde mitgestalten und Verantwortung übernehmen wollen.

 

Bei der Organisation des Gemeindelebens bieten sich darüber hinaus viele Möglichkeiten, von der Organisation des Pfarrfestes über das Erstellen und Verteilen des Pfarrbriefs bis zum Begrüßen neuer Gemeindemitglieder, in den Büchereien, im Weltladen Solidario, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Projektbezogener, praktischer Einsatz und die Bereitschaft zu längerfristigem Engagement sind gleichermaßen wertvoll.

 

Wir richten eine halbe Stelle für die Ehrenamtskoordination ein, die von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen in den Ortsbüros übernommen wird. Die Stelle wird durch Umorganisation in den Ortsbüros Hiltrup-Ost und Amelsbüren gewonnen. Deren Aufgabe ist es, die ehrenamtlich Tätigen zu betreuen und zu unterstützen, Fortbildungsmöglichkeiten zu vermitteln und so deren Bindung an die Gemeinde zu sichern u. v. m.

 

Wenn jemand eine Aufgabe übernimmt, wird er begrüßt und beauftragt. Wenn jemand eine Aufgabe beendet, sind eine Verabschiedung und ein Dankeschön selbstverständlich.

 

Als Gemeinde begegnen wir den Ehrenamtlichen mit Wertschätzung und Respekt. Indem wir Qualifikation und Weiterbildung ermöglichen und fördern, wollen wir ihre Stärken ausbauen. In einem Ehrenamtskonzept legen wir Leitlinien hierfür fest. Eine klare Aufgabendefinition und festgelegte Zuständigkeiten stärken Eigenständigkeit und Verantwortung. Aufgabenverteilung und Kompetenzen sowie das Zusammenwirken von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen werden transparent dargestellt.

7 Liturgie in unserer Kirchengemeinde

Die Liturgie ist neben der Verkündigung und der Nächstenliebe eine der Säulen unseres Glaubens und unseres gemeindlichen Lebens. In unseren Gottesdiensten feiern wir unseren Glauben an Gott, an Jesus Christus, seinen Sohn, und den Heiligen Geist. Wir verknüpfen unser Leben und unseren Alltag mit der Feier der Sakramente und dem Betrachten der Hl. Schrift. Hier werden wir mit Gott und miteinander zu einer Gemeinschaft verbunden, holen neuen Atem in SEINER Gegenwart, fragen nach SEINEM Willen für unser Leben und lassen uns von IHM senden, um im Alltag zu leben, was wir von SEINER Frohen Botschaft verstanden haben.


Die wichtigste gottesdienstliche Feier ist und bleibt die Eucharistie, in der Tod und Auferstehung Jesu für uns lebendige Gegenwart werden. Das Zweite Vatikanische Konzil nennt die Feier des letzten Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern darum „Quelle und Gipfel des ganzen christlichen Lebens“. Diese Feier bildet auch in Zukunft für uns die Mitte.

 

Darüber hinaus wird es jedoch eine große Vielfalt weiterer gottesdienstlicher Feiern geben, in denen die ganze Palette gestalterischer Formen und kreativer Ideen (z. B. Musik, Tanz, Gespräch, Meditation, Malerei, Dichtkunst, Wegegottesdienste, alternative Orte, Segensfeiern etc.) Raum haben. Es gibt so viele Wege, dem Glauben, dem Suchen und Fragen, der Auseinandersetzung mit Gott und dem Leben Ausdruck zu verleihen und IHM und einander nahe zu kommen. Auch sie sind selbstverständlicher Teil unseres gottesdienstlichen Lebens. In unserer Kirchengemeinde leiten selbstverständlich auch qualifizierte Haupt- und Ehrenamtliche solche Gottesdienste.

 

Seien es nun die traditionellen Formen der Liturgie oder neue Formen mit kreativen Ideen: In unseren gottesdienstlichen Feiern ist es uns wichtig, dass vom Glauben in einer verständlichen Sprache gesprochen wird, die klar ist, aber nicht abgehoben. Uns ist es des Weiteren ein Anliegen, dass sich das Alltagsleben heute mit seinen Herausforderungen, Sorgen, mit seinen Freuden und Hoffnungen dort spiegelt und die Feiernden das sichere Gefühl haben, „vorzukommen“. Unsere Feiern sind geprägt durch ein Klima des herzlichen Willkommens, sind einladend und offen.

 

Wir laden verstärkt zu gottesdienstlichen Feiern ein, in denen eine bestimmte Zielgruppe in einer besonderen Lebenssituation oder eine Gruppe/eine Nachbarschaft/ein Quartier besonders angesprochen wird. Gottesdienste zu Taufen, Trauungen, Ehejubiläen oder zur Beisetzung erhalten den notwendigen Freiraum, diese nach den individuellen Bedürfnissen und Wünschen zu gestalten. Die unmittelbar Betroffenen sind herzlich eingeladen, sich hier einzubringen und mitzutun.
Auf die musikalische Gestaltung der Gottesdienste legen wir ein besonderes Augenmerk. Die Musik hat wie kaum ein Medium die Fähigkeit, uns in der Tiefe zu berühren und Gottes Gegenwart und Glauben zu vermitteln. Sie ist weit mehr als schmückendes Beiwerk, sie ist Verkündigung.
Die Kirchenmusik ist professionell aufgestellt und hat einen besonderen Stellenwert in der Kirchengemeinde. Auch hier hat die ganze Palette, von der Gregorianik bis zum Neuen Geistlichen Lied unserer Tage, ihren Platz. Das regelmäßige Einüben neuer Lieder ist bei uns eine Selbstverständlichkeit. Chöre und Musikgruppen der unterschiedlichsten Art und Altersgruppen gestalten die Liturgie aktiv mit.
Darüber hinaus gibt es bei uns ein reges geistliches Konzertleben - sowohl durch die eigenen Kirchenmusiker und Chöre wie z. B. die Orgelfestwochen oder Chorkonzerte als auch durch Auswärtige, die zu einem Gastspiel zu uns kommen. Alle Konzerte bei uns sind frei zugänglich. Es wird lediglich am Ausgang um eine freiwillige Spende gebeten.

 

Alle Kirchen und Kapellen auf unserem Pfarreigebiet haben in unserem gottesdienstlichen Gemeindeleben den gleichen Wert und den gleichen Rang. Sie finden in der festen Gottesdienstordnung die gleiche Berücksichtigung.

 

Die gottesdienstlichen Räume sind so gestaltet, dass sie den liturgischen Erfordernissen genauso gerecht werden wie den Bedürfnissen der einzelnen Feiern und ihrer Teilnehmenden. In der Alt-St. Clemens-Kirche werden wir einen Schwerpunkt setzen auf Gottesdienste im kleineren Kreis. Durch eine flexible Bestuhlung der Kirche werden wir sowohl der klassischen Messsituation Rechnung tragen als auch eine Mittelganglösung für Trauungen und Beerdigungsgottesdienste mit Sarg in der Kirche ermöglichen als auch individuelle Sitzordnungen für außerordentliche Gruppengottesdienste.

8 Katechese und Glaubensverkündigung in unserer Kirchengemeinde

Glauben ist ein Weg, ein dynamischer Prozess, der immer wieder durch katechetische Impulse begleitet wird. Staunen, Fragen, Gedanken, Begegnungen, überraschende Situationen führen zu einer Ahnung Gottes. Dabei kann ein immer näheres Kennenlernen beginnen, in dem so manche Erfahrungen der Nähe Gottes, der Liebe Jesu Christi und einer Inspiration durch den Heiligen Geist gemacht werden können.

 

Menschen in diesem Prozess zu begleiten ist ein wesentlicher Auftrag der Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren. Sie auf ihrem individuellen Glaubensweg zu begleiten bedeutet für uns, ihnen mit Respekt und Offenheit zu begegnen. In der konkreten Umsetzung bedeutet das, dass wir differenzierte Angebote machen, (weiter-)entwickeln und überprüfen, die die individuellen Lebenswirklichkeiten der Menschen einbeziehen, um sie auf ihrem Glaubensweg gut begleiten zu können. Das Einbeziehen der Lebenswirklichkeit der Menschen verstehen wir so, dass sie mit ihrem Leben vorkommen, dass wir mit ihnen eine Sprache sprechen und sie sich mit ihrem Lebensrhythmus an unser Angebot andocken können. Das bedeutet auch, dass wir verschiedenste Formen der Wissens-, Gebets- und Gesprächsformen zur Glaubensvertiefung anbieten.

 

Diese katechetische Begleitung erfolgt sowohl durch ehrenamtliche als auch hauptamtliche Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter. Wichtig ist uns hierbei deren Förderung und Qualifizierung für ihren Dienst. Dies bezieht die Befähigung ein, vom eigenen Glauben Zeugnis zu geben. Wir wollen sie stärken durch ein eigenes Angebot an geistlicher Begleitung. Kraft Taufe und Firmung sehen wir jeden Christen befähigt, an dieser Aufgabe teilhaben zu können. Gott hat jeden Menschen mit Charismen und Talenten ausgestattet, die in der Glaubensweitergabe wertvoll sind, seien es handwerkliche, künstlerische oder intellektuelle Talente. Wir verstehen auch das Glaubenszeugnis von Laien innerhalb der Messfeier als vollwertige Predigt.

 

Als Pfarrei St. Clemens Hiltrup Amelsbüren sehen wir unsere Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen und im Krankenhaus. Auch sie haben Anteil am Verkündigungs- und Seelsorgedienst der Kirche. Wir wollen sie fördern durch ein eigenes Angebot an Fortbildung und geistlicher Begleitung.

9 Caritas in unserer Kirchengemeinde

Das Handeln der Caritas ist Teil der christlichen Botschaft und Zeugnis der Liebe Gottes zu den Menschen. Hierbei wird die Würde und Selbstbestimmung der Menschen durch einen würdevollen und wertschätzenden Umgang geachtet und gesichert.

 

Freiwilliges Engagement ist eine Grundsäule unserer Tätigkeit, ohne die viele Angebote nicht möglich wären. Begleitet und unterstützt wird dies durch hauptamtliche Fachkräfte. Diese professionalisieren unsere Tätigkeit und begleiten bei Veränderungsprozessen und Schwierigkeiten.

 

Unsere Caritasarbeit ist an mehreren Stellen in der Gemeinde vernetzt durch die „Caritas-vor-Ort-Beratungsstelle“ des Caritasverbands für die Stadt Münster e. V. Diese Beratungsstelle bietet Hilfesuchenden vielfältige Angebote wie Allgemeine Sozialberatung, Eltern- und Jugendberatung und den Fachdienst Wohnungsnotfälle an. Wir streben an, diese Beratungsstelle in unsere Räumlichkeiten am Kirchplatz St. Clemens zu ziehen, um die Zusammenarbeit noch zu intensivieren.
In der Gemeindecaritas arbeitet eine Sozialarbeiterin (19,5 Stunden/Woche). Es handelt sich hier um ein Kooperationsprojekt des Caritasverbands für die Stadt Münster e. V. und der Kirchengemeinde, welches von beiden gemeinsam finanziert wird. Sie bietet als erste Anlaufstelle Allgemeine Sozialberatung für alle Bürger des Stadtteils Hiltrup Amelsbüren an. Darüber hinaus koordiniert die Sozialarbeiterin die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdienstes der Kirchengemeinde.

Zum Sozialdienst der Kirchengemeinde gehören die Bereiche Einzelhilfe, Kleiderkammer, Brotausgabe und die Vermittlung von Nachbarschaftshilfe.
In der Einzelhilfe geht es um das persönliche Gespräch, die individuelle Hilfe oder auch die Verteilung von Lebensmittel- und anderen Gutscheinen. Die Kleiderkammer bietet kostengünstig gespendete Waren für jedermann an. Die Brotausgabe verteilt kostenlos Backwaren vom Vortag. Eine Mitarbeiterin kümmert sich zusätzlich um die Caritas-Sammlerinnen und -sammler, Spendeneingänge und Daueraufträge.
Wir wollen bestehende Hilfsangebote der Gemeinde aufgrund neu sichtbar werdender Nöte und Probleme auf ihre Wirksamkeit überprüfen und neu planen.
Gerade um projektbezogener arbeiten zu können, aber auch um bestehende Strukturen zu entlasten oder auszuweiten, wollen wir weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen und integrieren sowie eine enge Vernetzung zum Seelsorgeteam herstellen.
Wir wollen die Zusammenarbeit mit allen anderen Anbietern sozialer Hilfen festigen und ausbauen. Außerdem wollen wir die Öffentlichkeitsarbeit des Sozialdienstes verstärken, damit alle Menschen von unseren Angeboten erfahren.

10 Ökumene in unserer Kirchengemeinde

Ökumenisch denken und handeln ist unser gemeinsames Anliegen und unsere gemeinsame Aufgabe.
In den vergangenen Jahrzehnten sind katholische und evangelische Christen auf der Suche nach einer Einheit in Vielfalt aufeinander zugegangen. In „versöhnter Verschiedenheit“ soll die Zukunft gestaltet werden, weil wir nur so glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen für Jesus Christus sein können.
Ökumene ist Sache aller christlichen Gemeinden am Ort. Uns verbindet miteinander mehr und Wesentlicheres als das, was uns trennt. Und das, was uns trennt, verliert für immer mehr Gläubige an Bedeutung oder Einsichtigkeit. Wir wollen Ökumene im Leben unserer Gemeinde im Miteinander erfahrbar werden lassen als gelebte Gemeinschaft. Durch begegnendes Kennen- und Verstehen-Lernen wollen wir die gegenseitige Wertschätzung zum Ausdruck bringen und fördern, besonders auch in unseren Gottesdiensten, Gebeten und Glaubensgesprächen.

 

Wir machen uns den ökumenischen Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils zu Eigen und versuchen, ihn in unserem Zusammenleben und in unseren Unternehmungen und Vorhaben zu verwirklichen in Liturgie, Verkündigung, Caritas und Diakonie. Die Sendung der Kirche in dieser Welt ist uns ein bleibender Auftrag; wir verstehen ihn in Verbundenheit mit allen Christen.

 

Ökumenisches Miteinander ist in Hiltrup und Amelsbüren seit Jahrzehnten eine geübte und geschätzte Selbstverständlichkeit. Gemeinsame Gottesdienste und Bibelkreise, das ökumenische Miteinander an den Schulen, gemeinsame Ausschüsse und Gremien sowie ökumenische Aktionen, z. B. in der Kontaktaufnahme zu Neuzugezogenen, die Kinderbibelwoche in den Herbstferien oder das Flüchtlingsnetzwerk zeugen davon.


Wir wirken darauf hin, dass in allen seelsorglichen Bereichen, in denen es möglich ist, auf ökumenischer Ebene zusammengearbeitet wird. Alles, was in der evangelischen oder katholischen Kirchengemeinde gut läuft, muss es nicht auch in der anderen parallel geben. Vielmehr werden die Angebote des jeweils anderen selbstverständlich mitgenutzt und es besteht eine grundsätzliche Öffnung und Einladung. Wir arbeiten darauf hin, dass es auch zu den kirchlichen Festen, die wir teilen (Ostern, Weihnachten ...), ganz selbstverständlich gemeinsame gottesdienstliche Feiern gibt. Zu gesellschaftlichen Entwicklungen in unseren Stadtteilen und darüber hinaus stehen wir im Austausch und nehmen gemeinsam Stellung. Auch für das Teilen wirtschaftlicher Ressourcen oder gemeindlicher Räume sind wir offen.
Für die Zukunft streben wir eine ökumenische Gemeindepartnerschaft mit unserer evangelischen Schwestergemeinde an.

11 Das Gebäude- und Immobilienkonzept für unsere Kirchengemeinde

Unsere Gottesdienst- und Versammlungshäuser sollen auch in Zukunft den pastoralen Anforderungen der Gemeinde genügen. Daher werden wir immer wieder zu prüfen haben, wie sie für ihre jeweilige Funktion erhalten oder verändert werden müssen. Eine Reihe von Maßnahmen ist bereits geplant bzw. wird zurzeit bereits umgesetzt.

Kirchen


Für die Pfarrkirche St. Clemens ist im Jahr 2019 eine dringend notwendige Innen- und Gewölbesanierung geplant. Auch sind in einzelnen Bereichen Neugestaltungen vorgesehen. Im Jahr 2018 werden wir mit allen Interessierten in die konkrete Umsetzung einsteigen.

An der St. Marien-Kirche sind in naher Zukunft keine Bauarbeiten vorgesehen. Die Kirchengemeinde möchte an der Zukunft des Stadtteils Hiltrup-Ost mitwirken und kann sich ein Projekt „Quartier am Lodden“ sehr gut vorstellen. Eine solche Quartiersentwicklung bedarf umfassender Planungen und Zeit. Ob sich unsere Anforderungen für Gottesdienste und Versammlungen im aktuellen Bestand oder in anderer Form erfüllen müssen, ist heute noch nicht absehbar.

An der St. Sebastian-Kirche haben schon umfassende Maßnahmen stattgefunden. Die letzte Renovierung mit dem Einbau einer Heizungsanlage nach dem neuesten Stand der Technik wurde unlängst abgeschlossen. Für 2020 ist die Erneuerung des Kirchendaches einschließlich des Turms geplant.

Alt-St. Clemens erhält noch in 2017 eine neue Bestuhlung als Ersatz für die Kirchenbänke, um so eine flexiblere Nutzung im Alltag zu ermöglichen.

Weitere Gebäude


Das Pfarrzentrum St. Clemens bleibt weiterhin Pfarrheim und KOT-Jugendheim. Im Jahr 2018 nach Auszug der Zentralrendantur werden das Pfarrbüro St. Clemens und die Seelsorger dort einziehen. Das Prinzip „alles unter einem Dach“ wird auch hier umgesetzt, um die größtmögliche Nähe zwischen Hauptamtlichen, Pfarrbüro, Ehrenamtlichen und Gruppen herzustellen.

Das Pfarrheim St. Marien ist Gemeindezentrum im Ortsteil Hiltrup-Ost mit Ortsbüro, Bücherei und dem Büro der Pastoralreferentin bzw. des Pastoralreferenten vor Ort.

Das neue Pfarrheim St. Sebastian ist das Gemeindezentrum im Ortsteil Amelsbüren mit Ortsbüro, Bücherei und Büro der Pastoralreferentin bzw. des Pastoralreferenten vor Ort.

Der Alte Pfarrhof ist Begegnungsstätte und beherbergt Gruppenräume der Pfadfinder im Dachgeschoss sowie eine vermietete Wohnung. Mittelfristig muss über eine Umnutzung intensiv nachgedacht werden. Die Reduzierung der Pfarrheimfläche ist auf Anweisung des Bischöflichen Generalvikariates bereits beschlossen. Nur so waren und sind bauliche Maßnahmen in und an anderen Gebäuden in der Gemeinde möglich geworden.

Schwesternhaus Amelsbüren/Alte Vikarie
Solange der Konvent der Schwestern vor Ort ist, wird über keine Umnutzung nachgedacht; für die Zukunft wird keine pastorale Verwendungsmöglichkeit gesehen.

Bei der Stadtteilbücherei besteht eine gegenseitige vertragliche Verpflichtung mit der Stadt Münster. Hier ist keine Änderung und Erweiterung geplant.

Unsere Kindertageseinrichtungen
Die vier genannten Einrichtungen wurden in den Jahren von 2008 bis 2013 nach den Vorgaben des KIBIZ für die Betreuung unter 3-jähriger Kinder umgebaut. Die KiTa St. Martin bedarf dringend einer Grundsanierung außen und innen. Anträge sind bei der Stadt Münster und beim Bistum gestellt. Wir hoffen, dass wir bald mit den Baumaßnahmen beginnen können.

 

Friedhöfe

Friedhof St. Sebastian
Die Trauerhalle ist langfristig von der Stadt Münster gepachtet und wurde in 2017 umfangreich restauriert.

Friedhof St. Clemens
Für diese Trauerhalle planen wir eine Umgestaltung innen und außen; in Zusammenarbeit mit dem Museum Hiltrup soll zusätzlich eine Toilettenanlage gebaut werden.

Inkrafttreten

Dieser Lokale Pastoralplan wurde in einer ganzen Reihe unterschiedlichster Veranstaltungen in den Jahren 2015 bis 2017 gemeinsam von vielen interessierten Gemeindemitgliedern, den Leitungsgremien und den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern erarbeitet.


Er wurde in einer gemeinsamen Sitzung des Pfarreirates, des Kirchenvorstandes und des Seelsorgeteams am 7. November 2017 beschlossen und tritt zum ersten Adventssonntag, 3. Dezember 2017, in Kraft.

Wir danken herzlich allen, die an der Entstehung mitgewirkt und ihre Ideen und Überlegungen eingebracht haben. Besonders danken wir Frau Ursel Schwanekamp und Herrn Sebastian Bause von der Fachstelle Gemeindeberatung des Bischöflichen Generalvikariates für die konstruktive fachliche Begleitung. Ein besonderer Dank gilt den Mitgliedern der Steuerungsgruppe und dem Redaktionsteam für ihren maßgeblichen Einsatz.

Möge uns dieser Lokale Pastoralplan mit seinen Impulsen und Richtungsentscheidungen für die weitere Zukunft unserer Kirchengemeinde St. Clemens Hiltrup Amelsbüren ein guter Leitfaden sein.

Institutionelles Schutzkonzept (ISK)

Institutionelles Schutzkonzept (ISK)

Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt – ein Tabuthema?
Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt, das ist kein schönes Thema, aber ein wichtiges. Seitdem die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche Anfang des Jahres 2010 in die Schlagzeilen gerieten, ist es um dieses Thema etwas stiller geworden. Aber nicht ganz still. In den vergangenen Jahren war die Prävention im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt immer wieder auf der Tagesordnung unserer Pfarrei. Eine Vielzahl an ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kinder- und Jugendarbeit sind in Präventionsschulungen zum Thema aufgeklärt und sensibilisiert worden. Gleiches gilt für uns hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Dass dieses Thema wichtig ist und nicht unter den Teppich gekehrt gehört, hat sich auch das Bistum Münster auf die Fahnen geschrieben. Alle Pfarreien des Bistums haben die Aufgabe, ein sogenanntes Institutionelles Schutzkonzept (ISK) zu erarbeiten. Auf Stadtdekanatsebene haben sich im September diesen Jahres sechs Pfarreien gemeinsam auf den Weg gemacht, um diese Aufgabe bis November 2018 anzugehen und umzusetzen; wir in St. Clemens Hiltrup Amelsbüren sind mit dabei.
Hinter dem sperrigen und abstrakten Titel „Institutionelles Schutzkonzept“ steckt etwas Handfestes und Praktisches: Es geht um einen Handlungsleitfaden. In diesem Handlungsleitfaden werden sämtliche Maßnahmen festgehalten, die Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt vorbeugen (wie z.B. die Teilnahme an Präventionsschulungen und das Vorlegen des erweiterten Führungszeugnisses für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Bereich der Kinder- & Jugendarbeit in unserer Pfarrei tätig sind). Darüber hinaus ist der Handlungsleitfaden auch als Orientierungshilfe gedacht: Welche Schritte müssen in welcher Reihenfolge unternommen werden, wenn es einen Verdachtsfall oder einen konkreten Vorfall von Grenzverletzung oder Missbrauch gibt?
Natürlich gehört eine Menge mehr zum ISK und es bedarf zunächst einer genauen Analyse der pfarreilichen Strukturen, um überhaupt einen Handlungsleitfaden formulieren zu können, der dann auch für genau diese eine Pfarrei passt. Aus diesem Grund ist für die Erarbeitung der o.g. Zeitraum von ca. vierzehn Monaten angesetzt.

 

Das ISK will eine Kultur der Achtsamkeit innerhalb der Pfarrei fördern, und zwar möglichst flächendeckend. Auf diese Weise soll sexualisierte Gewalt im kirchlichen Kontext verhindert werden. Gleichzeitig hat das ISK Signalwirkung nach außen, denn es macht deutlich: Sexualisierte Gewalt ist in unserer Pfarrei kein Tabuthema, im Gegenteil, wir unternehmen aktiv etwas, um Kinder und Jugendliche zu schützen.


Deshalb wird dieses unschöne, aber wichtige Thema uns weiter begleiten und immer wieder zur Sprache kommen – in einigen Kontexten häufiger, in anderen seltener. Aber es kommt zur Sprache, ist kein Tabu. Nur so etablieren und erhalten wir eine Kultur der Achtsamkeit, nur so können wir Kinder und Jugendliche schützen und unterstützen.


Louisa Helmer