Ökumenisches Bibelgespräch

 

Ökumenisches Bibelgespräch am 20. Februar
Am zweiten Abend führen wir das Gespräch über den ersten Schöpfungsbericht der Bibel in Genesis (1. Buch Mose) 1,1-2,4a fort.
Fragen, die uns bisher leiteten: Was glauben wir, woher Himmel und Erde kommen?
Wie hat sich das Leben auf unserem Planeten entwickelt? Woher kommt der Mensch, der Homo sapiens, das vernunftbegabte Wesen?
Vielleicht unterscheiden sich unsere Vorstellungen deutlich von dem, was im ersten Kapitel der Bibel steht. Trotzdem bekennen wir: „Unsere Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Wir arbeiten weiter mit der biblischen Darstellung der Schöpfung durch Gott in sieben Tagen.
Was wird in der Genesis über die Erde, über die Menschen und über Gott ausgesagt?
Wie passt das zu unseren Vorstellungen?
Und wir wagen einen kurzen Ausblick auf den zweiten Schöpfungsbericht der Bibel im 2. Kapitel: die Erschaffung von Adam und Eva.

Am ersten Abend haben wir zur Illustration etwa 25 Minuten eines Films angeschaut, der im Internet frei verfügbar ist. „Home“ von Yann Arthus Bertrand (wunderbar in englisch, gesprochen von Glenn Close, mit deutschen Untertiteln).

Herzliche Einladung zum Gespräch mit Pfr. Klaus Maiwald am 20. Februar (Dienstag), 18.30-20 Uhr im Pfarrzentrum St. Clemens Hiltrup.

 

Wir führen das Ökumenische Bibelgespräch in monatlichen Treffen fort mit dem Thema der Ökumenischen Bibelwoche 2024

                        

„Und das ist erst der Anfang … Zugänge zur Urgeschichte“

Nach einem ersten (auch einführenden) Gesprächsabend mit Pfarrer Klaus Maiwald (23. Jan. 2024) laden wir jeden  3. Dienstag im Monat  weiter herzlich ein zu den Gesprächsabenden (18.30-20.00h) mit den Texten von Genesis (= 1 Mose) 1-11 ins Pfarrzentrum der kath. bzw. ev. Kirchengemeinde - unter der Leitung von Pater Klaus Gräve MSC, Prof. Dr. Norbert Mette u. Pfarrer Klaus Maiwald.

Die Termine sind: Dienstag 20.2., 19.3., 16.4., 21.5., 18.6.;  20.8., 17.9., 15.10. u. 19.11.2024 .

Auch an einzelnen Abenden Ihrer Wahl ist Ihre Teilnahme natürlich möglich; wir freuen uns darüber. Sie werden sich jeweils in den Medien der Gemeinden u. in der Presse informieren können.

 

So Bibel die „Seele der Pastoral“ und Ökumene die Zukunft der Kirchen ist, bleibt auch so für den ökumenischen Weg der Gemeinden die gemeinsame Orientierung an der Hl. Schrift möglich. Um unsere Kirchen zukunftsfähig zu machen, gehört das Bibellesen als zentrales Element von Kirche u. Glauben essenziell dazu - als eine Ressource für Orientierung, Mut u. Innovation! Dazu braucht es auch eine bibellesende Gemeinschaft, die gemeinsam darum ringt, den Texten der Bibel gerecht zu werden und sie mit dem eigenen Leben zu verbinden. So werden Bibeltexte relevant, für das eigene Leben bedeutsam u. führen zu wacher Zeitgenossenschaft.

(Begleitheft: www.bibelwerk.shop.de  u. Buchhandel, 2,70 € - 7 Texte/ mit Bildern!; youtube.com : Evangelische Arbeitsstelle midi - 7 Videos/4-6 Min., v.a. zu den 7 Bildern!)

 

Die  Erzählungen der „Urgeschichte“  - der ersten 11 Kapitel der Bibel: Genesis 1-11 -  sind Weltliteratur. Wer kennt sie nicht, die großen Geschichten vom Werden der Schöpfung, des Menschen, vom Garten Eden/„Paradies“, von Adam und Eva, von Kain und Abel, von der Sintflut und der Arche Noach, vom Turmbau zu Babel. Sie haben unsere Kultur und unseren Glauben geprägt. In ihnen geht es um die ganz großen Themen menschlicher Wirklichkeit: Leben und Tod, Liebe und Hass, Schuld und Vergebung, Verzweiflung und Neuanfang ….  Die - alten und dennoch aufregend aktuellen - Texte der Ökumenischen Bibelwoche 2024 nehmen Sie mit auf eine Entdeckungsreise durch diese spannenden und existenziellen Fragen. In all dem begegnen wir uns selbst und es begegnet uns Gott - auch in einer Welt von heute „jenseits von Eden“ mit all ihren (globalen)  Herausforderungen und Widersprüchen. …

 

Die Benennung von Genesis 1-11 als „Urgeschichte“  ist dabei missverständlich, so dass viele auch ihre Probleme mit diesen Geschichten hatten u. haben. Als  einge es um die anfängliche Zeit unseres Planeten Erde, die Entstehung des Lebens, der ersten Menschen usw. . Doch die Urgeschichte beschreibt nicht - wie in den Naturwissenschaften - jene  Anfänge. Ihre Erzählungen versuchen in Bildern und Mythen  (griech. = „Geschichten“) Menschen ihrer Zeit Antworten zu geben auf überzeitlich gültige  Fragestellungen: Ist diese Natur eine Schöpfung? Warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts? Warum und Wozu das Ganze? Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Wer bin ich? Was ist der Mensch? Warum gibt es Leid u. Gewalt auf der Erde (> Ätiologie)? Gibt es in dieser Welt eine „göttliche Ordnung“? Wie geht es   (heute angesichts von Klimakrise, Umweltzerstörung, Artensterben…)  weiter mit dieser Schöpfung, von der die biblischen Texte als Werk Gottes sprechen? Wo ist Gott in diesem Chaos zu finden?…  Wer „Schöpfung“ sagt, fordert globale Gerechtigkeit - in der Vision einer lebens- u. menschenfreundlichen Welt.

 

Außerdem müssen wir in den Blick nehmen, dass die Urgeschichten der biblischen Schriftsteller ihre Vorbilder in den altorientalischen Mythen, in den Urgeschichte vieler alter Kulturen hatten. Der Mythos  ist geradezu das Einklagen einer Weltordnung im Angesicht der als Schöpfer-Gottheiten verehrten Götter - zu einem als ideal vorgestellten Anfang, in eine „paradiesische“ Gegen-Welt zu der als vielfach gestört und bedroht erfahrenen „realen“ Welt. Die biblische Schöpfungstheologie (in den Texten Gen 1-11 von verschiedenen Theologen und Theologien, in verschiedenen Zeiten entstanden, fortgeschrieben u. sukzessiv miteinander kombiniert) ist deshalb eine Antwort auf Angst und Resignation angesichts katastrophischer Welt- und Lebenserfahrungen (Erich Zenger).

 

So könnten auch wir „moderne“  Menschen, die solchen mythischen Texten vielfach skeptisch gegenüberstehen, in ihrer Sprachform ihre Wahrheit  erkennen und leben - auch zu den drei „Beziehungspartnern“ des Menschen: zu anderen Menschen, zu Welt/Natur und zu Gott. Die „Urgeschichten“- in der Bibel den Erzählungen der (Volks-)Geschichte Israels ab Genesis 12ff vorangestellt - verdeutlichen auf drastische Weise, wie das Zerbrechen einer der drei Beziehungen auch die beiden anderen gefährdet. In unseren Zeiten des Umbruchs und Aufbruchs können diese Texte der Ökumenischen Bibelwoche beim Lesen und Austausch mit anderen „Erdlingen“  Orientierung und Vertrauen, Mut und Hoffnung geben in den Herausforderungen unseres Alltags und unserer Zeit! In all dem begegen wir uns selbst und es begegnet uns Gott. (KD Müller)