Ökumene

Vereinbarung über die Ökumenische Gemeindepartnerschaft

zwischen der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Clemens Hiltrup Amelsbüren und der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup Amelsbüren

 

Die gewachsene ökumenische Verbundenheit der kath. und ev. Kirchengemeinde hat das Leben beider Gemeinden nachhaltig bereichert. „Der gemeinsame Grund unseres Glaubens, unser gemeinsamer Auftrag und unsere gemeinsamen Aufgaben sind größer als alles, was uns noch trennt!“ (Ökumenischer Aufruf „Gemeinsam Zukunft gestalten“, Pfingstmontag 2017 - Münster) Denn nur versöhnt miteinander sind wir glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen für Jesus Christus: „Alle sollen eins sein ..., damit die Welt glaubt“ (Joh 17,21).

 

Ökumene ist so Sache der ganzen Gemeinde am Ort. Sie muss im kirchlichen Leben erfahrbar werden als gelebte Gemeinschaft von Glaubenden, die gemeinsam Gottesdienst feiern, gemeinsam diakonische Dienste tun, gemeinsam Zeugnis geben von Jesus Christus. Mit dieser Partnerschaftsvereinbarung geben wir dem zwischen uns gewachsenen Miteinander einen verbindlichen Rahmen und verpflichten uns, dieses Miteinander und Füreinander weiterhin zu fördern und auszubauen. So wollen wir unserer Gemeinsamkeit in Zeugnis und Dienst gerecht werden.

 

Wir möchten ein vielfältiges, gleichberechtigtes Miteinander unserer je eigenen Kirchlichkeit und Frömmigkeit pflegen. Unser Ziel ist es, in versöhnter Vielfalt gemeinsam als Christinnen und Christen zu leben und Kirche zu sein. Wir lernen uns gegenseitig noch besser kennen und pflegen den Kontakt untereinander.

 

Wir vereinbaren, die ganze Gemeinde immer wieder neu für ein verbindliches ökumenisches Miteinander zu gewinnen.

 

Wir vereinbaren regelmäßige Begegnungen - auch der Leitungsgremien. Wir laden uns gegenseitig zu unseren Veranstaltungen ein und bemühen uns um ein vertieftes gegenseitiges Verstehen.

 

Wir suchen gemeinsam nach Wegen, miteinander missionarisch Kirche zu sein und verpflichten uns zu gemeinsamen und konkreten Schritten bei der Verkündigung des Evangeliums für das Heil der Menschen; verstärkt auch in der religiösen Erwachsenenbildung, Glauben erwachsen werden zu lassen.

 

Unsere Ökumene lebt davon, dass wir Gottes Wort gemeinsam hören; im gemeinsamen Gebet und Gottesdienst - wobei wir die Anlässe zu mehr gemeinsamen gottesdienstlichen Feiern weiter ausbauen wollen - wird unsere Gemeinschaft vertieft und die sichtbare Einheit der Kirche Jesu Christi gefördert.

 

Wir feiern Gottesdienst in ökumenischer Weite und offen für alle Menschen. Dabei praktizieren wir wechselseitige Eucharistische Gastfreundschaft „gemeinsam am Tisch des Herrn". Wir wollen so der vollen ökumenischen Abendmahlsgemeinschaft der Kirchen in versöhnter Vielfalt den Weg bereiten.

 

Wir wollen uns gegenseitig in unserem caritativen und diakonischen Dienst helfen. Wir verpflichten uns, in größtmöglicher Gemeinsamkeit unsere soziale und öffentliche Verantwortung wahrzunehmen.

 

Wir setzen uns zum Ziel, eine ökumenische Spiritualität zu leben, die das Leben trägt, vor allem auch für konfessionsverbindende Gruppen, Partnerschaften und Familien.

 

Ökumene ist für uns auch der Ort, an dem Lebensfragen Einzelner, der Stadtteil[1]Öffentlichkeit und der Gesellschaft gemeinsames Thema sind - auch in Kontakt zu Gruppen und Verbänden des Ortes. Wir werden weiterhin öffentliche Erklärungen gemeinsam verantworten.

 

Wir setzen uns zum Ziel, die Zusammenarbeit im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit zu fördern, in den Schulen mit ökumenischen Gottesdiensten und anderen Angeboten gemeinsam präsent zu sein. Wir vereinbaren für die Ausgestaltung unserer Gemeindepartnerschaft verbindliche Formen der Begegnung und Zusammenarbeit. Dabei sorgen wir für regelmäßig stattfindende Begegnungen unserer Gemeinden. So tagen Pfarreirat und Presbyterium einmal alle zwei Jahre gemeinsam, um den Verlauf der Partnerschaft zu überdenken und zu beraten. Auch eine ökumenische Gemeindeversammlung soll im gleichen Rhythmus stattfinden.

 

Der Ökumene-Ausschuss reflektiert, plant und koordiniert mitverantwortlich die Zusammenarbeit unserer Gemeinden.

 

Die Partnerschaft unserer Gemeinden ist offen für die Partnerschaft mit weiteren christlichen Gemeinden am Ort.

 

Münster, den 27. Januar 2019